Von August 2014 bis Juli 2015 habe ich in Mosambik gelebt und gearbeitet. Auf diesen Seiten werde ich von einige Eindrücke und Erfahrungen von meinem Freiwilligendienst in Maputo, der Hauptstadt, berichten. Bitte bedenkt, dass lediglich meine persönliche Sicht auf die Dinge hier zu lesen sein wird und dies nicht zu verallgemeinern ist! Es freut mich, dass ihr hier her gefunden habt!

Sonntag, 15. Juli 2018

A caminho...

Cada um escolhe o caminho que trilha.
Jeder sucht sich den Weg selbst aus, den er beschreitet.



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Hallo ihr Lieben,

nach über einem Jahr Stille auf diesem Blog ist es nun wieder so weit. Ich schreibe wieder; und wer hier früher aktiver Beobachter war weiß, was das bedeutet. Irgendwas wird passieren, was mit meinem Abenteuer Mosambik zutun hat. Und damit habt ihr ganz recht.

Lange Zeit ist hier nichts passiert und genau sagen warum, kann ich gar nicht. Doch jetzt habe ich wieder Lust; will schreiben und euch an meinem nächsten kleinen "Abenteuer" teilhaben lassen. Seit dem letzten Mal ist eine Menge passiert. Als ich im letzten Jahr aus Maputo zurück kam, erwarteten mich viele Veränderungen: 2017 war hauptsächlich geprägt vom Praktikum beim Abfallzweckverband in Hof und später in der Stadt Rolante in Brasilien. Vieles ist in dieser Zeit geschehen, Brasilien war toll und eine bereichernde Erfahrung. Und auch, wenn ich dort eine der liebevollsten Familien kennen lernen durfte, so können all diese Momente nicht mit dem mithalten, was mich mit Mosambik verbindet. Als ich letztes Jahr nach einigen Tagen zurück in Deutschland mit meinem Vater telefonierte, erzählte ich ihm davon, wie ich davon träumte, die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel in Mosambik am Strand von Tofo zu verbringen. Schnell war er und auch später meine Mutter überzeugt und so kam es, dass wir im Dezember 2 Wochen Familienurlaub in Mosambik machten. Spontan und dennoch ganz wunderbar! Wir verbrachten Weihnachten in Maputo bei meiner Gastfamilie, konnten dieses Mal sogar alle bei ihnen wohnen und lernten uns so noch besser kennen. Anschließend ging es nach Tofo, denn was ist Neujahr, wenn man nicht in Tofo ist. Zusammen mit all meinen Freunden aus Maputo und Tofo, meinen beiden Familien und einigen der neuen Freiwilligen verbrachte ich wunderbare Feiertage in einem gemieteten Ferienhaus. Es war eine Begegnung der ganz anderen Art - erst jetzt verstanden meine Eltern, was es heißt, mit Mosambikanern zusammen zu leben. Und auch anders herum gab es Differenzen, die aber mittlerweile aus der Welt geschafft wurden.

Nachdem es viel zu schnell schon wieder hieß, Abschied zu nehmen, reifte in mir die Überlegung, wie ich so schnell es geht wieder nach Mosambik komme. Da mein Studium (nicht sehr schnell aber) so langsam zu Ende geht und erste Zukunftspläne hermüssen, wollte ich dem ganzen eine Chance geben und begab mich auf die Suche nach einem Praktikumsplatz in Maputo für die Semesterferien 2018. Über Kontakte vom ASA-Praktikum kam ich zum Internationalen Bereich des bfz in Hof (Berufliche Fortbildungszentren der bayrischen Wirtschaft). Um es kurz zu machen: Nach ein paar Gesprächen stand es also fest. Ich werde von August bis Oktober ein Fachpraktikum in Beira, der zweitgrößten Stadt Mosambiks, absolvieren. Bei der Associação Comercial da Beira, sozusagen der "Partnerorganisation" vom bfz in Mosambik, werde ich im Bereich Umweltmanagement/Umweltbildung arbeiten. Mein Arbeitsbereich ist vielfältig und erstreckt sich von Wasser- über Abfall- bis hin zu Hygienefragen. Ich bin unheimlich gespannt auf das, was mich erwartet und freue mich auf diese neue Herausforderung.
Die Zeit in Beira sehe ich gleichzeitig auch als kleinen Test für mich selbst, um heraus zu finden, ob ich es mir vorstellen könnte, eines Tages noch mal ein bisschen länger zurück zu gehen. Mein Herz schreit zumindest seit ewiger Zeit sehr laut danach...


Und nun gibt es erst einmal nichts mehr zu erzählen. Wieder weiß ich nicht, wie es auf dem Blog weiter gehen wird, aber wie ihr euch sicherlich denken könnt: Es wird sicher weiter gehen, die Frage ist wohl eher wann.

Bis dahin verabschiede ich mich bis auf weiteres. Ich stecke mal wieder mitten in der Klausurenphase des mittlerweile 4. Semesters in Hof und finde keine Motivation zu lernen.
Die Freude, in weniger als 3 Woche in Maputo zu landen, ist so unglaublich riesig, dass ich es nicht mit Worten beschreiben kann. So viel ist noch zu organisieren - mein Herz kommt kaum noch nach, so schnell geht das gerade alles.


Eure Anni :)

Sonntag, 19. März 2017

Neuigkeiten.

Hallo ihr Lieben,

ich lüfte nun endlich das Geheimnis, welches sich durch meine letzten zwei Blogeinträge durchgezogen hat.
Anfang März habe ich eine Zusage für das ASA Programm bekommen. Ich hatte mich über eine Ausschreibung des Abfallzweckverbands Hof (AZV) auf die Stelle bereits im Dezember beworben und wurde nun tatsächlich angenommen! Doch was bedeutet das jetzt genau?

Ich werde in den nächsten 7 Monate ein Vollzeitpraktikum beim AZV absolvieren, welches aus einem Nord- und einem Süd-Teil besteht. Wir sind zwei Deutsche und zwei Brasilianer. Der Nordteil des Projekts wird in Hof stattfinden, was bedeutet, dass die Brasilianer von April bis Ende Juni bei uns sein werden und wir danach von August bis Ende Oktober nach Brasilien fliegen (Für die, die es genau interessiert: Die Stadt heißt Rolante und liegt nördlich von Porto Alegre). Das Projekt trägt den tollen Namen: „Umweltbildung an Schulen und Aufbau einer Städtepartnerschaft“. Ich habe mich dazu entschieden, nebenbei dennoch mein Studium so weiterzuführen, wie es vorgesehen war. Vielleicht muss ich einen oder zwei Kurse nach hinten stellen, aber das ist es mir absolut wert! Mein Alltag wird in Zukunft also viel von Portugiesisch sprechen und Recyclingprojekten an Schulen bestimmt sein. Die Brasilianer heißen Nubia und Joao. Frederik ist mein deutscher Projektpartner. Auch er hat 2012/2013 ein weltwärts-Jahr in Mosambik verbracht, weshalb ich mich besonders freue, ihn kennen zu lernen! Und auch generell bin ich mittlerweile einfach unheimlich aufgeregt, dass es endlich los geht. Ich habe einen Plan für das restliche Jahr, welches mich wieder mit Freude in die Zukunft blicken lässt! Vielleicht war es deshalb auch nicht ganz so deprimierend, wieder nach Deutschland zurück zu kehren. Auch, wenn mir mein neuer Studiengang und auch die Stadt schon viel besser gefallen, ist das noch einmal ein kleiner Extra-Push, der mich motiviert und mir auch zeigt, dass mich meine Fachrichtung einfach viel mehr begeistert.

So werde ich also in zwei Wochen die Brasilianer aus Berlin vom Flughafen abholen, da wir anschließend ein Seminar in Werneuchen haben werden. Und dann geht die Arbeit los.

Das soll es aber auch schon wieder gewesen sein. Ich weiß noch nicht, wie ich in Zukunft mit diesem Blog verfahren werde. Ich würde schon gern weiter schreiben, nur werde ich auch nichts mehr versprechen. Wenn ich Lust habe, schreibe ich. Wenn nicht, dann bleibt euch wohl nur, die alten Beiträge zu lesen.

Aber auch, wenn ich vielleicht nicht über Brasilien berichten werde, seid euch in einem sicher: Ich fliege wieder zurück nach Mosambik! In meinem Kopf ist wieder Februar 2018, vielleicht aber auch erst August/September 2018. Doch einmal im Jahr muss ich meine andere Heimat einfach besuchen, daran wird kein Weg vorbei führen.

Wenn ihr also noch Fragen habt zu meinem Praktikum, dann scheut euch nicht, sie zu stellen. Ihr könnt auch einfach anrufen oder eine Whatsapp schreiben, wenn ihr hier nicht kommentieren wollt.

Ich drück' euch und geb' euch etwas von meiner leichten Sommerbräune ab.

Eure Anni :)

Zurückkehren Teil 2

Hallo ihr Lieben,

viele von euch haben diesen Eintrag lang herbei gesehnt. Ich weiß. Doch erst jetzt habe ich die Zeit und auch etwas Muße, mich wieder hinzusetzen und zu schreiben. Auch, wenn ich schon gar nicht mehr in Mosambik bin. Ich fühle mich einfach schuldig und werde versuchen, die vergangene Zeit mal etwas zusammen zu fassen. Nehmt es mir bitte nicht übel, aber an so vieles kann ich mich nicht mehr im Detail erinnern. Aber ich fang erst einmal an...

Angekommen in Mosambik wurde ich von meiner Gastmutter am Flughafen in Maputo abgeholt. Wir sind uns voller Freude überschwänglich in die Arme gefallen. Es tat einfach gut, endlich wieder hier zu sein. Sie fuhr mit mir zur neuen Wohnung der Familie, welche in mitten der Stadt liegen sollte. Koffer die 3 Stockwerke hoch tragen, mein eigenes, großes Zimmer mit richtigen Bett bestaunen und bloß schnell unter die Dusche. Dusche? Wasser? Das war wohl nichts, denn in Maputo herrscht zur Zeit unheimliche Wasserknappheit, zumindest was die Wasserversorgung angeht. Die Empregada hatte dennoch bereits Wasser auf dem Herd stehen und bescherte mir somit meine erste und dann auch noch warme mosambikanische Dusche. Frisch gemacht und gesättigt ging ich sofort raus, um meine alte Handykarte wieder zu aktivieren und die Stadt aufzusaugen. Ich wollte dieses mal einfach keine Minute Zeit verschwenden.
Nachdem am zweiten Tag dann auch meine Bankprobleme erledigt waren, ging es ein weiteres mal los mit meinem Alltagsleben in Mosambiks aufregender Hauptstadt. Und genau deshalb werde ich hier keine Tagesberichte mehr schreiben. Ich weiß sowieso nicht mehr, was ich wann gemacht habe und außerdem liest sich das doch auch total unschön.
In den folgenden Tagen habe ich also alles gemacht, was ich im vergangenen Jahr so sehr vermisst habe. Ich bin einfach viel durch die Straßen gelaufen, habe mich kurz in ein Café gesetzt, etwas kühles getrunken, eine Kleinigkeit gegessen. Ich war auf dem Mercado Central, Capulanas kaufen, auf Feima, Eis essen im Jardim dos Namorados. Fast täglich war ich bei Museu und habe es genossen, auch am Abend noch mit kurzer Kleidung draußen sein zu können. Das kühle Bier oder des öfteren auch nur eine Fanta gehörten einfach dazu. Ein Hamburger Completo durfte natürlich auch nicht fehlen, genauso wenig wie das gut gegrillte Hähnchen an der Costa de Sol. Ich war feiern im Club Naval, einen Gin Tonic in einer verwerflich teuren Bar trinken. Und ich habe wieder getanzt. Durch die aktuellen Freiwilligen bin ich wieder zu meiner alten Tanzgruppe Milhoro gekommen und habe es so sehr genossen, wieder vertraute und neue Tanzschritte zu lernen. Die mosambikanischen Rhythmen taten einfach gut. Ich habe geschwitzt, egal ob mit oder ohne Tanzen. Während der 4 Wochen in Mosambik habe ich mich viel mit den neuen Freiwilligen unterhalten. Interessant zu hören, in welchen Projekten sie mittlerweile so arbeiten, was sich geändert hat, was noch ähnlich ist. Welche Probleme es gibt. Und auch, wenn ich gern über mein Jahr erzähle, bin ich „froh“, dass es vorbei ist. Dass ich diese ersten Erfahrungen, mit denen ich mich anfangs schwer getan habe, bereits hinter mir habe. Und dass ich meine Zeit jetzt einfach nur genießen kann. Ich ärgere mich nicht mehr so sehr über volle Chapas oder aufdringliche Männer. Ich mache einen Spaß und der Tag kann weiter gehen. Ich bin in Maputo, auch wenn es komisch klingt, freier. Ich mache mir einfach keine Gedanken. Aber das liegt bestimmt auch daran, dass ich Ferien hatte. Keine Uni, keine Arbeit, die in deinem Kopf herumschwirrt. Einfach Urlaub. In den Tag hinein leben. Pläne machen oder auch nicht. Wohl eher weniger. Und doch hatte ich einen „Plan“. Ich wollte wieder nach Tofo, tauchen gehen. Das Gefühl wieder aufleben lassen, wie es ist, allein dort hin zu reisen. Nachdem ich mich also wieder 2 Wochen in Maputo an meinen Alltag gewöhnt hatte, ging es mit dem Chapa 500km in die Provinz Inhambane zum Praia de Tofo. Ich hatte geplant, 4 Tage dort zu bleiben, vielleicht 2 mal tauchen zu gehen. Daraus wurden dann 7 Tage, 5 Tauchgänge, viele neue Bekanntschaften, Treffen mit alten Bekannten und viele lustige und ausgelassene Abende. Ich liebe Tofo und das Gefühl was ich in meinem Herzen habe, wenn ich das erste mal die Sandstraße herunter laufen kann. Ich denke, meine Eltern können mittlerweile gut nachvollziehen, warum ich Tofo und auch Inhambane so sehr liebe. Warum das meine zweite Heimat in Mosambik geworden ist. Mein Lieblingsort, außerhalb der stressigen Hauptstadt. Dieses Gefühl kann ich mit keinem auf der Welt vergleichen, zumindest bisher nicht.
In Tofo habe ich unter anderem auch Lea kennen gelernt, die seit einiger Zeit allein durchs südliche Afrika reist. Da sie auch Maputo kennen lernen wollte, lud ich sie ein, bei meiner Gastfamilie mit unterzukommen. Die folgenden 4 Tage zeigte ich ihr viele Ecken Maputos und so kam auch ich noch einmal dazu, Sachen zu machen, die ich sonst so vielleicht nicht mehr gemacht und mich im Nachhinein darüber geärgert hätte. Wir fuhren nach ausgiebigen Capulana-Einkäufen auch wieder nach Chopal zur Schneiderin meines Vertrauens. In unheimlich kurzer Zeit nähte sie die schönsten Sachen für uns. Mein Kleiderschrank in Deutschland wird mittlerweile immer bunter und ich glaube, ich werde auch langsam „mutiger“, diese schönen Stücke auch in meinem Alltag hier einzubauen. Sie sind einfach zu schön, um nur im Schrank zu hängen!
Nachdem Lea dann weiter nach Swaziland fuhr, blieben mit plötzlich nur noch 5 Tage bis zu meinem Rückflug. Und dann fragt man sich auf einmal, wo denn die Zeit schon wieder hin ist. Ich erledigte also alles, was noch auf meiner Liste stand, holte noch einige Souvenirs ein, ging noch ein letztes Mal ins Nucleo, ins Café Continental, verbrachte meinen letzten Abend in meiner Gastfamilie. Und dann war es so weit. Am nächsten Morgen wurde ich um 7:30 Uhr von Gledice geweckt, die sich von mir verabschieden wollte. Auch, wenn ich kaum die Augen aufbekam, liefen mir auf einmal die Tränen, als sie so vor mir stand. Doch ihre folgenden Worte heilten allen Abschiedsschmerz: „Anni, du bist doch Familie und du wirst immer wieder kommen. Du brauchst nicht weinen, meine Tochter.“
Ich bin nach wie vor ein Bestandteil der Familie und ich denke, dass sich die Beziehung zu Gledice und Nercio in diesem Jahr noch einmal verfestigt hat. Es gibt eigentlich nichts, worüber ich mit ihnen nicht sprechen kann. Auch das Verhältnis zwischen Aillen und mir war dieses mal sehr intensiv. So waren ihre Abschiedsworte: „Du setzt dich jetzt aufs Sofa, und wenn ich wieder komme, dann bist du noch hier. Du darfst nicht weggehen.“
Ich liebe meine Familie, die ich bereits vor über 2,5 Jahren dazu gewonnen habe. Und wenn ihr euch jetzt fragt, warum ich bisher nichts vom Baby geschrieben habe... Na gut, dann eben jetzt. Mein kleiner süßer Fratz heißt Thaylson und ist Ende Februar gerade 4 Monate alt geworden. Er ist unheimlich groß und isst verdammt viel. Wenn dieses Bedürfnis dann aber erst einmal erfüllt, ist er ein ganz ruhiger und schläft den ganzen Tag nur oder ist total aufgeweckt und strahlt mit einem um die Wette! Er ist einfach bezaubernd und es ist merkwürdig zu wissen, dass er das nächste mal schon etwas sprechen und laufen können wird. Wie sehr die Zeit voran schreitet, habe ich allerdings auch schon an Aillen gemerkt, die mittlerweile richtig in ihre Rolle der großen Schwester herein gewachsen ist. Auch sind ihre Konversationen an Inhalt und Ernsthaftigkeit gewachsen. Ich habe sie mit 2,5 Jahren kennengelernt, jetzt feiert sie bald ihren 5. Geburtstag.
Und doch zeigen mir die letzten Jahre, dass ich wirklich Glück mit meiner Gastfamilie hatte, welches ich nicht mit vielen anderen Freiwilligen teilen darf. Ich bin dankbar, dass sie mich dieses mal ohne zu Überlegen aufgenommen haben, als wäre es das Selbstverständlichste. Ich hatte meinen eigenen Schlüssel, konnte heim kommen, wann immer ich es wollte. Ich durfte ausschlafen, hatte aber auch die Möglichkeit, vor allem mit Gledice über familiäre Probleme zu reden. Auch, wenn ich bis auf Nercios Eltern dieses Mal niemand anderen aus der Familie gesehen habe, so habe ich dennoch das Gefühl, noch mehr ein Teil davon geworden zu sein. Immerhin sagte Gledice immer ganz stolz beim Telefonieren: „Meine Tochter ist hier, Anni. Wollt ihr nicht mal vorbei kommen?“

Und ich denke mit diesen schönen Worten werde ich langsam zum Schluss kommen. Ich sitze gerade im Zug, als ich diese Zeilen schreibe. In den letzten Tagen in Mosambik hatte ich tausend andere Gedanken im Kopf, als diesen Eintrag zu schreiben, aber nun denke ich, habe ich es doch relativ gut zusammen gefasst. Entschuldigt noch einmal, dass es länger gedauert hat, als versprochen.

Und nun gibt es bestimmt auch einige, die sich fragen, was ich euch denn das letzte Mal noch nicht erzählen wollte. Doch darüber schreibe ich einen kurzen Extraeintrag, denn irgendwie passt das nicht ganz zusammen.

Also, bleibt gespannt. Auch wenn ich denke, dass einige es schon wissen.
Bis dahin fühlt euch alle gedrückt aus dem fernen Bayern, wo ich mittlerweile übrigens studiere.

Eure Anni :)





Sonntag, 12. Februar 2017

Zurückkehren.

Wir lassen etwas von uns zurück, wenn wir einen Ort verlassen, wir bleiben dort, obgleich wir wegfahren. Und es gibt Dinge an uns, die wir nur dadurch wiederfinden können, dass wir dorthin zurückkehren.  
Was könnte aufregender sein, als ein unterbrochenes Leben mit all seinen Versprechen wieder aufzunehmen?”

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Hallo ihr Lieben,


Ja, ihr seht richtig. Ich schreibe wieder. Nachdem es zu Weihnachten nur eine kurze Poesie gab, kommt nun wieder ein ganz normaler Blogeintrag. Er ist so normal, wie er eben sein kann, wenn es heißt: "In 4 Tagen sitze ich wieder im Flugzeug!" Zum dritten Mal werde ich die Reise nach Mosambik antreten und ich freue mich wieder mehr, als die letzten Male.
Jetzt fragt ihr euch sicherlich, was ich denn schon wieder dort möchte. Natürlich fühle ich mich auch nach 1 1/2 Jahren immer noch unheimlich verbunden mit diesem Land und meiner "zweiten Heimat", aber es ist dieses mal doch ein wenig anders. Nachdem ich mir letzten Jahr im Sommer eigentlich vorgenommen hatte, das Kapitel Mosambik erst einmal etwas zu schließen, kam nur kurze Zeit später die überraschende Nachricht meiner Gastmutter, sie sei schwanger. Und um die Geschichte nun einfach zu verkürzen, hier die Zusammenfassung: Sie sagte mir, ich bekomme einen Bruder, und wenn ich mag, darf ich Patentante werden! Und schon ging die Planung in meinem Kopf wieder los. Der kleine Mann ist schon Ende Oktober geboren und somit überlegte ich, ob ich nicht spontan in den Weihnachtsferien fliegen sollte. Aufgrund von Zeitmangel entschied ich mich dann doch dafür, meine Semesterferien zu nutzen und nun werde ich wieder 4 Wochen in Mosambik sein. Dieses mal habe ich eigentlich gar nichts geplant. Keinen "Urlaub" von der Hauptstadt. Ich möchte einfach Maputo genießen, Zeit mit meiner Gastfamilie verbringen. Ich werde auch die gesamten 4 Wochen bei ihnen wohnen, was wunderbar ist, da sie mittlerweile umgezogen sind und mitten in der Stadt wohnen! Ich freue mich auf den "Alltag" mit meiner Familie, auf abendliche Unternehmungen mit Freunden und anderen Freiwilligen. Neben mir wird zum Beispiel auch Yohanna wieder dort sein und ich freue mich soooo sehr, sie endlich wieder zu sehen! Garantiert werde ich auch noch einmal nach Tofo fahren, und Inhaca steht auch auf der Liste. Aber Pläne mache ich dieses Mal keine. Aber tauchen, das will ich endlich wieder. Hier in Deutschland empfand ich es immer als "sinnlos", denn wenn man ein mal seinen Kopf in die mosambikanische Unterwasserwelt gesteckt hat, beeindruckt einen so schnell nichts mehr...

Zum Schluss soll noch gesagt sein, dass ich schon auf gepackten Koffern sitze. Morgen steht noch eine Klausur an und dann habe ich die erste Prüfungsphase an meiner neuen Hochschule in Hof auch schon wieder hinter mir. Dann muss nur noch die Wohnung "urlaubsfest" gemacht werden und schon kann es los gehen! Wie es aussieht, wird sich nach Mosambik auch schon wieder vieles ändern. Vorerst bleibe ich zwar in Hof, aber dennoch gibt es sehr wahrscheinlich Neuigkeiten, die euch interessieren könnten oder die ich einfach hier teilen möchte.

Wer liest denn eigentlich noch? Oder schreibe ich mittlerweile diesen Blog nur für mich selbst?
Meldet euch doch einmal kurz in den Kommentaren, ich würde mich freuen, hier nicht immer ein Selbstgespräch führen zu müssen.


Und somit verbleibe ich mit kalten Grüßen aus Oberfranken - der nächste Eintrag kommt endlich wieder aus Mosambik, so wie ihr es gewohnt seid!

Eure Anni :)

Freitag, 23. Dezember 2016

Poesie zur Weihnachtszeit

GRAU - BUNT




Und ich schreibe diese Worte mit Bedacht,
weil ich weiß, dass es die Dinge kaputt macht.
Viel komplizierter macht. Noch komplizierter als sonst.
Was denken wir uns, wenn wir uns ganz entspannt sonn'?
Nebeneinander, oder doch aneinander vorbei.
Wir leben miteinander und sind doch wieder allein.
Ganz allein, ja, SO soll es sein.
Denn manchmal tut es gut, allein zu sein.
So ganz allein. Richtig allein.
Aber nicht einsam.
Nein, einsam kann niemand sein.
In Zeiten von sozialer Abhängigkeit,
Ehrenamt und Nachbarschaft
sollte niemals jemand einsam sein.
Nur allein, ab und an.
Ich schau' mir meine Zimmerdecke an.
Und denk' daran, was mal war.
Blicke weiter, die Wand entlang
und verliere mich in bunten Bildern,
Erinnerungen, die mich mal glücklich machten.
Denn niemand macht Fotos, wenn man nicht lacht.
Keiner drückt ab, wenn es nicht passt.
Wenn wir nicht lachen, Zähne zeigen, wie Mama mal sprach,
Ja, da hatten wir richtig Spaß!
Fotos von Freunden, Familie und bunten Abenteuern,
Souvenirs fürs Herz, der Seele bleibt der Schmerz.
Weltschmerz. Das ist, wenn das, was man sich wünscht in der Welt,
nicht so ist, wie man's sich eben wünscht.
Wenn man für die Welt was besseres will.
Wenn man auch mit seinem Platz in der Welt
nicht so ganz zufrieden ist.
Wir müssen uns finden, jeder für sich.
Denn wenn jeder an sich selbst denkt,
wird wenigstens niemand vergessen.
Denn wenn jeder mal an seinen Nachbarn denkt,
auch dann ist an jeden gedacht.
Denn wenn du heute Nacht zu Bett gehst
und kurz Inne hältst.
Dann wird dir auf einmal klar,
dass es doch um viel mehr geht.
Und doch um so viel weniger.
Es geht nicht darum, wie viel du hast.
Es geht nicht darum, wie viel du gibst.
Es geht darum, dass du es teilst.
Es geht darum, dass man das Leben gemeinsam erlebt.
Dass man sich freut, dass man lacht.
Dass man heute auch mal die Tür zu macht.
Und allein sein kann, und dennoch zufrieden ist.
Und zu zweit sein kann, und ein Gläschen erhebt.
Aufs Leben, auf die Gesundheit, einfach so.
Erfolg, Macht und Geld sind doch auch nur Waffen,
die uns zu unmenschlichen Affen machen.
Wir sperren Tiere ein, behandeln sie abscheulich,
nur damit der Tisch jeden Abend voll ist.
Und die, die laufen frei da draußen rum,
stellen ihr Bier auf ihrem dumm-
-men, riesigen Bierbäuchen ab und
erfreu'n sich an Kaviar und co.
Nein, so ein Leben ist nicht froh.
Wir sperren unsere Vorfahren ein,
doch die haben die Welt bestimmt nicht
so kaputt gemacht, nein.
Rücksichtnahme, Nächstenliebe und Verantwortung –
dafür muss man nicht mal die Bibel lesen können.
Respekt, Toleranz und Unterstützung –
das sind die Worte unserer Zeit.
Und für die müssen wir kämpfen, doch ohne Gewalt.
Mit gutem Beispiel voran, nur so kann es geh'n.
Was wollt ihr denn später mal euren Kindern erzähl'n?

Dienstag, 29. März 2016

Was lange währt wird endlich gut...

Hallo ihr Lieben,

WOW! Ich bin echt gerührt. Mittlerweile hat dieser Blog mehr als 23.000 Klicks erreicht und dafür sollte ich wohl DANKE sagen! Danke, dass ihr so fleißig lest, auch wenn immerhin ein halbes Jahr lang hier nicht sehr viel passiert ist. Und auch jetzt habe ich es nicht so schnell geschafft, wie ich s mir vorgenommen hatte. Aber jetzt geht es endlich los und ihr könnt euch auf den zweiten Teil des Reiseberichts freuen:

Nachdem wir den Norden Mosambiks hinter uns gelassen haben, ging es endlich wieder nach Maputo. Während meine Eltern in einem Guesthouse unterkamen, konnte ich wieder unsere alte Stadtwohnung beziehen. Es ist schon ein komisches Gefühl, nach immerhin 6 Monaten wieder "zu Hause" zu sein... In den folgenden Tagen trafen wir uns mit meiner Gastfamilie zum Abendessen, besuchten mal wieder den Kunstmarkt Feima, tranken gut gekühltes Bier im Sergios bei Museu, liefen entlang der (endlich sauberen) Costa de Sol und aßen auf dem neuen Fischmarkt. Meine Eltern lernten hier auch meinen Freund kennen, was trotz sprachlicher Barriere erstaunlich gut funktionierte :)
Als letzte gemeinsame Etappe starteten wir dann mit dem Auto nochmals Richtung Norden. Mit Zwischenübernachtung im wunderschönen und ruhigen Zavora kamen wir schließlich in Vilanculo an. Hier verbrachten wir 3 Nächte im Baobab Beach Backpackers. Vilanculo stand schon damals auf meiner To-Do-List, und dennoch hat es mich immer lieber nach Tofo verschlagen als hier her. Der Ort liegt ca. 750km nördlich von Maputo und ist um einiges größer und einfach ganz anders als Tofo. Am besten lässt sich der Unterschied aber am Strand beschreiben: Hier in Vilanculo muss man bei Ebbe kilometerweit über Sand laufen, um überhaupt einmal Wasser unter die Füße zu bekommen. Wenn dann die Flut kommt, verschwindet der Strand ganz und verändert das Erscheinungsbild des Ortes total. Das Besondere an Vilanculo ist wohl aber der vorgelagerte Bazaruto-Nationalpark. Dieser gilt mit seinen 1400 Quadratkilometern als eines der größten Meeresschutzgebiete in Afrika. Wir machen einen Tagestrip zur Hauptinsel, Ilha de Bazaruto, wandern auf schier endlosen, heißen Sandbänken und kühlen uns in einer kleinen Bucht ab. Zurück am Boot erwartet uns bereits das frisch zubereitete Mittagessen. Nach einer kurzen Entspannung geht es zum Schnorcheln. Wir erkunden die vor der Insel  vorgelagerten kleinen Riffe und sind schon jetzt beeindruckt. Später fahren wir weiter und springen wieder aus dem Boot. Dieses Mal schnorcheln wir entlang größerer Riffe, die wie scharfe Kanten aus dem Ozean heraus stechen. Nach insgesamt 3 Mal Schnorcheln, einem super Mittag, verbrannten Füßen und Rücken sowie einer rasanten Bootsfahrt endet dieses Erlebnis, welches wir, trotz Touri-Gefühl, nur wärmstens weiterempfehlen können!! Wer es einmal bis Vilanculo oder Inhassoro schafft, sollte es sich nicht nehmen lassen, einen Trip zum Bazaruto-Archipel zu planen.

Spaß in Zavora
Der Strand von Vilanculo bei Ebbe

Nachdem wir Vilanculo hinter uns ließen, rückte nun das letzte Ziel auf unserer gemeinsamen Reise immer näher: Tofo. Schon zu Silvester 2014/2015 gefiel es meinen Eltern hier so gut, dass wir beschlossen, diese Reise mit dem Schönsten enden zu lassen. Auch für mich war es etwas Besonderes, endlich wieder dort gewesen zu sein. Tofo ist und bleibt mein Luft-Hol-Ort, meine Komm-Mal-Runter-Oase. Viel unternahmen wir nicht, denn das kleine Örtchen war nach dem stressigen Jahreswechsel nun im Februar wie ausgestorben. Dies ist uns allerdings auf der gesamten Reise schon aufgefallen. Dennoch ließ ich es mir nicht nehmen, hier endlich wieder tauchen zu gehen. Da ich allerdings schon beinahe ein Jahr nicht mehr tauchen war, hieß es erst einmal: Rein in den Pool und alles Wichtige wiederholen! Am nächsten Tag lief es dann doch viel besser als gedacht und so genoss ich es so sehr, endlich wieder untertauchen zu können. Dank meiner neuen Kamera habe ich auch viele Fotos machen können. Leider habe ich aber die Speicherkarte schon einen Tag später im Sand verloren. Einige Bilder habe ich allerdings vorher schon auf mein Telefon übertragen. Dennoch war ich ziemlich traurig, als ich feststellen musste, dass alle Fotos des zweiten Teils unserer Reise weg waren. Einfach so.
Die einjährige Nichte meines Freundes
Zwei Schwestern und die Mama meines Freundes

Nach 3 Wochen kam dann der Tag, an dem wir meine Eltern zum Flughafen nach Inhambane bringen mussten. Der Abschied war schon nicht leicht, aber dennoch war ich unheimlich froh, nicht mit Ihnen in den Flieger steigen zu müssen. Wir genossen noch unseren letzten Abend in Tofo bevor es am nächsten Tag wieder nach Maputo ging. An diesem Tag sollten es übrigens 46°C werden... Angekommen in Maputo blieb nur wenig Zeit zum Ausruhen, da mein Freund gemeinsam mit anderen Freunden ein Konzert am Abend organisierte (die Gruppe bzw. die Veranstaltung heißt Ngoma Ligoma). Am darauf folgenden Sonntag war dann erst einmal ausschlafen angesagt. Auch die restliche Zeit gingen wir eher entspannt an. Ich wollte die verbliebene Zeit in Maputo schon so gut es ging genießen. So besuchte ich nochmals meine Gastfamilie und Vovo Telma, die so überrascht war, als ich auf einmal vor ihr stand. Auch die Familie von meinem Freund lernte ich in dieser Zeit kennen. Dies war ein besonderer Abend für mich, den ich wohl nicht so schnell vergessen werde. Ansonsten fuhren wir viel in der Stadt umher, ich war in Matola bei Hannahs Familie und wir tranken am Abend gut gekühltes 2M bei Museu. Es tat einfach gut, wieder ein wenig im Alltag anzukommen. Auch fuhr ich zu REMAR, meinem ehemaligen Projekt. Hier hatte sich allerdings in den vergangenen 6 Monaten so viel verändert, dass ich nicht ganz so glücklich wieder nach Hause fuhr. Das Thema REMAR ist noch immer ein schwieriges für mich...
Nachdem ich nun also 30 Tage in Mosambik war, zwang mich mein Visum, meine neue Heimat wieder zu verlassen. So fuhren wir nach White River, nahe von Nelspruit. Hier verbrachten wir entspannte 3 Tage in der schönen Thokozani-Lodge (http://www.thokozanilodge.com/de/). Einen ganzen Tag lang fuhren wir Richtung Blyde River Canyon und entdeckten wunderschöne Ecken. Wasserfälle alle paar Kilometer begleiteten uns den ganzen Weg. Diesen Trip können wir trotz gut 200km Fahrt nur wärmstens empfehlen! Es lohnt sich wirklich jeder Kilometer.
Einen Tag vor meinem Abflug ging es dann nach Johannesburg, wo wir im Brown Sugar Backpacker unterkamen. Wir saßen beinahe wie versteinert auf der Terrasse und konnten überhaupt nicht verstehen, dass das die letzten 24 gemeinsamen Stunden sein sollten. Und dann ging es auch schon zum Flughafen. Noch kurz etwas orientierungslos umherrennen und schon stand der Abschied an...
Blyde River Canyon
Berlin Falls
Potholes

Und nun sitze ich also schon wieder seit guten 3 Wochen in Deutschland. Ja, ich habe mich wieder eingewöhnt, aber das sollte dieses Mal ja eh nicht so schwer sein. Und trotzdem sehne ich mich jetzt schon wieder zurück. Es war schwer, meine neue Heimat erneut hinter mir zu lassen und ich würde sogar behaupten wollen, dass es noch schmerzhafter war als beim letzten Mal.
Jetzt schaue ich erst einmal nach vorn und warte auf den August, wenn mein Freund mich dann endlich hier in Deutschland besuchen wird. Auch, wenn ich liebend gern wieder nach Mosambik wollen würde, ist es mir auch wichtig, dass er meine andere Heimat einmal kennen lernt. Danach werde ich allerdings garantiert wieder planen, nach Mosambik zu fliegen.

Eure Anni :)



PS: Gestern erreichte mich eine traurige Nachricht, die es mir noch schwieriger macht, nicht doch im Sommer oder besser so schnell es geht, wieder nach Mosambik zu fliegen. Mein "mosambikanischer Cousin" Helton, seine Ehefrau und ihr gemeinsames Baby gerieten am Wochenende auf dem Heimweg von Südafrika nach Mosambik in einen Verkehrsunfall und verstarben sofort. Ich hatte eine gute Bindung zu Helton, freute mich immer, wenn ich ihn auf einer Familienfeier sehen konnte. Als ich Anfang März gerade in Südafrika ankam, schrieb er mir, wie traurig er sei, dass wir es nicht noch einmal geschafft hätten, uns zu sehen. Und jetzt ist er einfach weg...
Ich wünsche allen Angehörigen und Freunden von Helton und Suzy viel Kraft. Ruht in Frieden, ihr wart wunderbare Menschen, die viel zu früh von uns gegangen sind.

Samstag, 5. März 2016

Ein Lebenszeichen...

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Hallo ihr Lieben,

ja ich lebe noch und schreibe auch. Mittlerweile sitze ich allerdings schon wieder in Dubai und warte auf den letzten Flug dieser Reise. Der nächste Eintrag kommt, versprochen, doch musste ich die Zeit einfach in vollen Zügen genießen. Und dann beantworte ich auch die ein oder anderen Fragen, versprochen! Aber das soll es erst einmal gewesen sein, nicht, dass sich noch jemand Sorgen macht. Auch meine Eltern sind vor 2 Wochen wieder gut in Deutschland gelandet.
Von mir dann also in den nächsten Tagen mehr. Ich lasse auch definitiv nicht lange darauf warten!


Mit den liebsten Grüßen an alle meine Leser steige ich nun also in den Flieger.

Eure Anni :)

PS: Ja, ich werde noch einmal nach Mosambik fliegen, aber für dieses Jahr sind erst einmal andere Pläne wichtig.

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Samstag, 6. Februar 2016

Es riecht nach Geschichte(n)...

Hallo ihr Lieben,

Endlich gibt es ein erstes Lebenszeichen zu später Stunde!

Ich sitze auf der Ilha de Mocambique, wo selbst um diese Uhrzeit noch Temperaturen von knapp 30°C herrschen, und lasse mir das letzte Bier des Abends schmecken. Unsere Reise im Norden kommt schon bald zum Ende und ich denke, es ist an der Zeit, ein kleines Resumee zu fassen.

[Ach wie schön, jetzt ist der Strom ausgefallen und auf einmal ist es so unheimlich ruhig auf diesem schönen Fleck Erde...]

Der Norden Mosambiks hat uns (und tut es auch immer noch) gut gefallen, auch wenn uns die Regenzeit hier doch stärker beeinflusst, als gedacht. Es tat gut, erst einmal etwas Zeit in Pemba gehabt zu haben, um anzukommen. Ich war sehr glücklich, wieder portugiesisch zu sprechen und mich einfach wieder etwas mosambikanisch zu fühlen. Ich konnte mich an den luftigen, nicht-sättigenden Brötchen erfreuen, der süße Tee, das milde Klima und der leichte Salzfilm, der sich auf meiner Haut ablegte – das alles und noch vieles mehr ist Mosambik.

Es tut so gut, wieder hier zu sein.

6 Stunden entfernt von Pemba (mit dem Auto durch knietiefe Pfützen sowie mit dem Dhau durch den Indischen Ozean) erreichten wir die fast menschenleere Ilha de Ibo. Hier verbrachten wir entspannte 3 Tage im „Cinco Portas“, welches wir aufgrund von Chris und seiner wahnsinnig guten Kochkünste nur wärmstens empfehlen können! Er beeindruckte uns auch durch seinen Lebensweg, viele bunte Geschichten und vor allem die, wie er nach Ibo kam.

Auf der Ilha fühlt man sich zurückversetzt in die Kolonialzeit, als es sich wohlhabende Portugiesen hier gut gehen ließen. Dieser Fleck Erde riecht schon beim Betreten nach Geschichte!

Wir unternahmen neben einer „Stadttour“ auch einen Ausflug mit einer typischen Dhau. Hier bekam ich die einmalige Gelegenheit, mit Delfinen zu schwimmen und ihnen schnorchelnd beim Spielen zuzusehen. Anschließend „strandeten“ wir auf den berühmten Sandbänken.

"IBO International Airport"

Mit einem kleinen Flugzeug (max 6 Personen inkl. Pilot) flogen wir letztendlich zurück nach Pemba und bekamen somit die Möglichkeit, uns die Quirimbas von oben anzusehen. Sie sind berühmt für ihre Mangrovenbäume, durch die man bei Ebbe gehen und so einige Meerestiere „ernten“ kann. So passiert es auch ab und an, dass man bei sehr niedrigen Wasserstand von einer zur anderen Insel laufen kann.

Angekommen in Pemba ging es gleich weiter Richtung Ilha de Mocambique. Diese liegt knappe 500km südlich von Pemba in der Nähe von Nampula und Nacala. Hier übernachten wir nun im Hotel Escondidinho (The Hidden Hotel) und atmen auch die Geschichte dieser bedeutenden Insel ein. Durch eine 3,5 km lange Brücke ist diese gut vom Festland aus zu erreichen. Bis 1898 war sie die Hauptstadt von Mosambik, ehe sie vom damaligen Lourenco Marques (heute Maputo) abgelöst wurde. Sie war eine der wichtigsten Handels- und Anlaufpunkte im südlichen Afrika für Inder, Chinesen, Portugiesen, Franzosen und weitere bedeutende Handelsmächte. Die Kultur auf der Insel ist stark muslimisch geprägt, aber auch indische und chinesische Kunst findet man immer wieder. Die Insel ist in zwei Teile unterteilt: Steinstadt und Lehmstadt. In der ersteren findet man noch heute die alten Gemäuer damaliger Zeiten, wie zum Beispiel das ehemalige Hospital oder das Fortaleza mit dazugehöriger „Capela de nossa Senhora do Baluarte“.

Doch so schön die trotz des einigen vergangenen Jahrzehnten teils gut erhaltenen Paläste und Kapitänshäuser sind, umso grausiger ist die Geschichte dahinter. Der Sklavenhandel und der Bürgerkrieg hinterließen auch hier ihre Schatten. Im ehemaligen Gouverneurspalast erzählte man uns heute, man habe den indischen Handwerkern, die die unglaublichen schönen Möbel des Palastes mit viel Mühe und Können herstellten, nach getaner Arbeit die Hände abgeschlagen. Die Steinstadt wirkt bis auf wenige renovierte Regierungsbauten, Unterkünfte und Bankautomaten verlassen und dennoch prächtig. Man fühlt sich in die Zeit zurückversetzt, in der die Rikschas Hauptverkehrsmittel auf der Insel waren.

Das „richtige Leben“ findet man in Makuti, der Lehmstadt. Hier wohnt die Mehrzahl der ca. 14000 Einwohner der Insel in eher ärmlichen Umständen. Die typischen Lehmhütten stehen nur wenige Meter entfernt von den prächtigen, zerfallenden Bauten.

Doch auch hier vermisse ich das lebendige Leben. Es ist, als wenn die Insel in Zeitlupe atmet. Zur Zeit finden auf Grund der Regenzeit nur wenige Touristen den Weg zur Ilha de Mocambique – vielleicht liegt es (leider) wirklich daran.

Seit 1991 gilt die Ilha de Mocambique als UNSECO Weltkulturerbe.


Wir sind also wieder angekommen, merken allerdings, wie sich Süden und Norden in Mosambik deutlich unterscheiden. Noch haben wir einen Tag auf der Ilha und einen weiteren Tag in Pemba vor uns, bevor wir am Dienstag nach Maputo kommen werden.


Ich hoffe, das kleine Update gefällt euch und gibt euch einen ersten Eindruck von unserer Reise.
Wen die Geschichte der Ilha de Mocambique noch nicht loslassen kann, der möge sich hier einen kleinen Eindruck holen:



Bis demnächst, dann aus Maputo. Schwüle und historische Grüße an euch fleißige Leser.



Eure Anni :)

Freitag, 29. Januar 2016

Ich packe meinen Koffer...


Hallo ihr Lieben,

Es ist Freitag, der 29.01.2016, die letzte Prüfung ist geschrieben, das erste Semester beendet und gebührend gefeiert worden. Es ist nun 186 Tage her, dass ich wieder in Deutschland bin.
Morgen ist es so weit und ich werde wieder nach Mosambik fliegen. Nur ich? Nein, auch meine Eltern kommen mit, denn auch sie haben sich damals in dieses Land verliebt. Damit ihr einen kleinen Überblick bekommt, werde ich kurz von unseren Reiseplänen erzählen:

1. Reiseabschnitt - Der Norden Mosambiks

Wir fliegen morgen Abend von Düsseldorf über Dubai, Dar-es-Salam nach Pemba, Mosambik. Dort werden wir erst einmal bleiben, ankommen und uns an das Wetter gewöhnen.
Dann geht es weiter auf die Insel Ibo, die zu den Quirimbas gehört. Diese sind auch bekannt als die ,,Karibik Afrikas" und wir sind wahnsinnig gespannt! Historie trifft Traumstrände und eine beeindruckende Unterwasserwelt.
Nach 3 Tagen fahren wir weiter zur Ilha de Mocambique, der ehemaligen Hauptstadt(insel). Auch hier werden wir viele historische Eindrücke gewinnen können.

2. Reiseabschnitt - Maputo, meine Heimat, und der Süden Mosambiks

Nachdem wir es uns 10 Tage lang gut gehen lassen, fliegen wir weiter nach Maputo, meiner zweiten Heimat. Dort werden wir meine Gastfamilie besuchen und das Hauptstadtleben genießen.
Dann geht es weiter nach Vilanculo mit Zwischenstopp in Zavora. Vilanculo liegt vor dem Bazaruto-Archipel, welches wir uns definitiv aus nächster Nähe ansehen wollen!
Zu guter Letzt lassen wir den Urlaub am Strand von Tofo ausklingen - schon an Silvester 2014/2015 waren meine Eltern begeistert davon!
Sie werden dann von dort nach dem gemeinsamen dreiwöchigen Urlaub wieder nach Hause fliegen, während ich zurück fahre nach Maputo. Da meine Semesterferien 5 Wochen lang sind, möchte ich diese auch ausgiebig nutzen.
Ich werde noch ein paar Tage in Maputo bleiben, dann allerdings nach Swaziland und später nach Johannesburg fahren, um von dort ebenfalls wieder nach Deutschland zu fliegen.

Wie ihr seht, ist auch dieses Mal wieder viel geplant! Wir freuen uns sehr auf die Sonne, das erste kühle Bier und darauf, einfach wieder in Mosambik zu sein!

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Zu guter Letzt zeige ich euch, was so alles in meinen Koffer wandert. Es ist noch etwas Platz übrig, aber das wird sich morgen noch mit Geschenken und Mitbringseln der anderen Freiwilligen füllen.

Hier also für euch: ,,Ich packe meinen Koffer und nehme mit......."


Ich wünsche euch einen schönen Februar und freue mich, wenn ihr uns ab und an auf unserer Reise begleiten werdet!

Eure Anni :)

Freitag, 15. Januar 2016

Fernweh und Heimweh.



Es bringt nichts, ich muss wohl wieder ran...

Hallo ihr Lieben,

Ja, ihr habt richtig gesehen: Ein neuer Eintrag. Ich möchte wieder schreiben, habe ich es doch sehr vermisst, meine Worte und Gedanken mit euch zu teilen. Und auch, wenn ich kein Mensch großer Worte bin und des Öfteren lieber vor mir dahin schweige, so kitzeln meine Finger schon seit längerem. Ein halbes Jahr ist es also her, dass ich wieder in Deutschland gelandet bin. Mein erstes Semester als Studentin findet gerade seinen krönenden Abschluss in der allseits beliebten stressigen Klausurenphase und so nebenbei stelle ich mein Leben auf den Kopf. Mit Plänen, Wünschen, großen und auch kleinen Projekten gestalte ich es so bunt, wie ich damals mein tristes Zimmer mit Capulanas dekoriert habe. Und seit letzter Woche hängen auch meine 34qm komplett mit ihnen zu. Ich habe meine Fenster abgedunkelt, trinke ekelig süßen schwarzen Tee, höre mosambikanische Musik und freue mich über jeden Fetzen Portugiesisch, den ich irgendwo zwischen Würzburg und Göttingen im Zug aufschnappen kann. Ich bin gefangen in meiner kleinen Traumwelt, die sich öffnet, sobald ich meine kleine Wohnung betrete und die Tür hinter mir schließe. Ich komme an manchen Tagen nicht raus, weil ich mich so wohl fühle und an manchen Tagen einfach deshalb, weil ich doch so sehr in Erinnerungen schwelge und ganz wehleidig werde. Hunderte Fotos schmücken noch so jedes Stückchen freie Wand und erinnern mich an ein Jahr voller wunderbarer Momente.
Life is a sequence of moments called NOW.

Diese Worte wurden mit der Zeit immer mehr zum Ziel. Mache etwas aus jedem Moment! Denn so, wie ich damals sagte„Ein schlechter Tag in Mosambik ist auch nicht anders als ein schlechter Tag in Deutschland“, so muss ich dies nun anders herum ebenso bestätigen. Und dennoch habe ich da so ein inneres Verlangen. Eine Sehnsucht, Fernweh oder eben doch – HEIMWEH.
Natürlich rede ich auch heute noch mit anderen Personen über mein Jahr in Mosambik, doch ich rede anders. Ich berichte nicht mehr, sondern ich lebe meine Geschichten. Ich erlebe sie in meinem Kopf noch ein zweites, drittes, zehntes Mal, damit ich sie ja nie vergessen werde. Und dennoch verliere ich mit der Zeit immer wieder einen kleinen Teil meiner Geschichte. Ein kleines Detail, was unter geht. Ich specke den Inhalt meiner Geschichte ab, doch die Emotionen, die ich beim Erzählen zeige, nehmen zu. Ich habe ein trauriges Lächeln auf dem Gesicht und erinnere mich gern an Mosambik. Und es kommt nicht selten vor, da liege ich in meinem Traum wieder in meinem kleinen Zimmerchen, Aillen neben mir, wir lachen und eigentlich bin ich doch total genervt von ihr. Manchmal werde ich mitten im Traum wach, weil ich denke, es kommt jemand in der Nacht in unsere Stadtwohnung geplatzt und dann merke ich, dass es doch wieder nur die anderen Mädels waren. Ach, so einiges vermisse ich und dennoch ist es auch schön, hier zu sein. Ich habe wieder eine Aufgabe gefunden. So bin ich zufrieden mit meiner Studiengangswahl, engagiere mich auch weiterhin ehrenamtlich und möchte meine Leidenschaft zu schreiben in Zukunft mehr Raum geben. Beim Freiwilligenmagazin mitten.drin (www.freiwilligenmagazin.de) habe ich Menschen getroffen, mit denen ich mich schon nach kurzer Zeit wohl fühlte.
Ich freue mich auf viele weitere bereichernde Gespräche mit inspirierenden Gedanken. Ich bin neugierig auf verrückte Ideen, spontane Pläne und unbegreifliche Momente.
Ich habe mein Leben mal mehr und mal wieder weniger „im Griff“. Und manchmal macht es Spaß, aus der Reihe zu tanzen. Dann entfliehe ich der grauen Welt wieder und verkriech' mich in meiner Höhle aus Melancholie und Gefühlsduseleien. Gucke mir Filme und Dokumentationen übers Reisen an, lese Bücher über Menschen, die mit dem Fahrrad bis Shanghai fahren. Und wünschte mir, ich könnte das auch.
Ich weiß, ich kann das. Aber ich mache es nicht. Doch ab und an wird wieder aus der Reihe getanzt. Die Reihe, in der ich sonst gemeinsam mit meinem Ehrgeiz und meiner Disziplin anstehe. Vor uns wartet auch noch die Ungeduld, die Pünktlichkeit und die Ordnung. Diese drei sind mittlerweile nicht mehr all zu gute Freunde. Und dennoch holen sie mich ab und an wieder ein und erinnern mich daran, wie vernünftig ich doch sein kann. Doch dann kommt wieder die mosambikanische Melodie und fordert mich zum Tanzen auf....

Ich verwirre euch, und meine Gedanken sind vielleicht nicht nachvollziehbar. Doch ich will wieder schreiben und ich möchte euch nun nach einem halben Jahr auch wieder daran Teil haben lassen. Ich weiß nicht, in welche Richtung das hier gehen wird, doch das ist es doch, was es für euch so spannend machen sollte, mal wieder einen Blick auf diese Seite zu werfen.
Ich freue mich auf Kommentare, Gedanken oder einfach liebe Worte. Und wenn ihr einfach still lesen wollt, so dürft ihr das natürlich auch.


Ich werde wieder reisen – denn in zwei Wochen fliege ich wieder nach Hause.

Eure Anni :)