Von August 2014 bis Juli 2015 habe ich in Mosambik gelebt und gearbeitet. Auf diesen Seiten werde ich von einige Eindrücke und Erfahrungen von meinem Freiwilligendienst in Maputo, der Hauptstadt, berichten. Bitte bedenkt, dass lediglich meine persönliche Sicht auf die Dinge hier zu lesen sein wird und dies nicht zu verallgemeinern ist! Es freut mich, dass ihr hier her gefunden habt!

Donnerstag, 14. August 2014

Story of the Day!

Hallo ihr Lieben,


beim Abendessen habe ich meinen Gasteltern soeben eine lustige Geschichte des heutigen Tages erzählt und mein Vater meinte: "Die musst du irgendwo aufschreiben, daran wirst du dich immer erinnern!" Gesagt, getan, hier ist sie, meine "Story of the Day":

Heute war eigentlich ein recht normaler Tag. Wir waren in der Botschaft, beim Portugiesisch-Unterricht, der heute ausgefallen ist, und danach noch etwas in der Stadt. Als ich mich dazu entschieden hatte, langsam nach Hause zu fahren, nahm ich mir vor, doch endlich mal ein Chapa zu erwischen, dass mich bis zu meiner eigenen Haltestelle bringt, wodurch ich mir die 20 Minuten Fußweg sparen könnte. Gesagt, getan - ein Chapa in Richtung Patrice Lumumba war recht schnell gefunden. Wie immer sehr voll, aber auszuhalten. Da saß ich also, zwischen einer jungen, modernen und einer älteren, sehr traditionellen und bei jedem Lied laut mitsingenden Frau. Beide sehr freundlich, sie versuchten, sich mit mir zu unterhalten.
Oft sieht man am Straßenrand bzw. auf den Straßen Maputos Chapas, die nicht mehr fahren. Jedes mal frage ich mich: Ist der Motor kaputt? Oder ist es doch nur der Tank? Oder vielleicht einfach die Masse an Menschen, weshalb das Auto so langsam den Geist aufgibt? So kam es nun, dass nach ca. 20 Minuten erschöpfter Chapafahrt der Motor meines gewählten Busses ausging - und sich nichts mehr rührte. Das Problem: Wir kamen von einem Berg gerollt, merkten unten, dass der Motor aus war und der Fahrer erkannte nicht sofort das Problem. Schließlich wurde entschieden, man möchte die nächste Tankstelle suchen, um nachzusehen, ob es nur am Tank liegt, was ziemlich wahrscheinlich wäre. Die nächste Tankstelle? Bergauf! Mindestens 15 Leute im Chapa - alle die konnten, wurden dazu aufgefordert, diesen kleinen, aber doch so schweren Bus den ganzen Berg hoch bis zur Tankstelle zu schieben. Ja, Bergauf. Auch ich. Und so stand ich, als "Mulungo" (Weiße) da, hinter einem Chapa, und schob dieses einen Berg hoch, weil der Tank leer war. Eine wahre Attraktion für alle Umstehenden. Die gesamte Chapafahrt hat mich mehr als 2 Stunden Zeit, viel Kraft und noch mehr amüsierte Blicke gekostet. Dennoch war es eine der wohl aufregendsten, die ich bisher hier in Maputo hatte!

Da es sonst eigentlich nicht sonderlich viel zu erzählen gibt, möchte ich es bei dieser Geschichte belassen. Morgen früh möchte ich versuchen, das erste Mal meine Sachen per Hand zu waschen. Mal sehen, ob sich das als positive Erfahrung herausstellt oder eher nicht. Samstag wollen wir etwas mit allen Freiwilligen unternehmen, bei gutem Wetter geht es an den Strand! Und am Sonntag wird Hbonny mit Anna und mir endlich zum Pastor von REMAR fahren, um über unsere Arbeit zu reden. Noch eine Woche nichts tun halte ich nicht aus - obwohl mir das ausschlafen schon ziemlich fehlen wird. Allerdings bin ich nicht dazu extra nach Mosambik geflogen, sondern vielmehr, um in einem Projekt für Kinder und Jugendliche meine Unterstützung anzubieten.

Letzte Nacht hatte ich im Übrigen das erste Mal das Gefühl, als wäre ich irgendwie krank - Fieberschübe und danach das Abendbrot präsentiert. Es gab Chima, Maisbrei. Der war anscheinend nicht so lecker. Sonst liebe ich allerdings das Essen hier, auch wenn Bohnen, Fisch, Truthahn, Hühnchen und Reis in verschiedenen Variationen auch nichts auf Dauer für mich sein können. 

Da krank sein zur Zeit aber nicht drin ist, werde ich die nächsten Abende einfach viel Tee trinken, der schmeckt hier so gut! (Schwarztee und Zitronentee)

Bis dahin viele Umarmungen und Küsse nach Deutschland!

Eure Anni :)

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